1873 – 1972

Acht Mitglieder waren es – so schreibt der Chronist- die den Verein im Jahre 1873 aus der Taufe hoben: Josef Bühler, Burkhard Brunner, Alois Frietsch, Cornelius Hirschauer, Karl Krumm, Franz Karl Lettler, Siegfried Schuh und Xaver Zeis. In den Stuben des „Alten Bott“ Hyszinth Huber und des Landwirts Josef Schuh soll zuerst musiziert worden sein.

Damals wie auch heute noch wurde zum Tanz aufgespielt und konzertiert. Selbstverständlich half man an hohen Feiertagen den Gottesdienst zu verschönern. Ein alter Militärmusiker namens Hunkler aus Sasbach war der erste Dirigent. Ihm folgte Lehrer Dietrich. Nach diesem übernahm der von manchen Älteren noch gut bekannte Franz Kropp die Leitung der Kapelle.

Im Jahre 1921 wurde Wilhelm Gramm aus Achern zum Dirigenten bestellt. Der 1. Weltkrieg 1914 bis 1918 bedeutete den ersten großen Einschnitt in der Vereinsgeschichte. Es fiel der Musiker Friedrich Huber. Glücklicherweise hatte die Kapelle keine weiteren Verluste zu beklagen. So konnte der scheidende Dirigent im Jahre 1920 seinen Nachfolger Karl Sauer einen soliden Klangkörper hinterlassen, wie der Chronist verzeichnet.

Mit Karl Sauer stand nun ein Vollblutmusiker an der Spitze. Unter ihm setzte die Kapelle ihren stetigen Aufstieg fort und bald war „d’Groschwierer Musik“ in der näheren und weiteren Umgebung, besonders im Hanauerland, als ausgezeichnete Kapelle bekannt und beliebt. Die Einladungen rissen nicht ab. Per Fahrrad und mit dem Pferdewagen wurden die Auftrittsorte erreicht. Bei Musikfesten und den damit verbundenen Preisspielen wurden im Laufe der Zeit mehr als ein Dutzend Pokale, darunter mehrere 1. Preise erspielt, die bis zum Ende des 2. Weltkrieges in der Linde zu sehen waren. Leider gingen diese in den Wirren der Nachkriegszeit verloren.

An der Vereinsspitze stand damals Adolf Brunner als 1. Vorsitzender (12 Jahre). 1933 wurde Leo Hiegert zum 1. Vorsitzenden gewaählt.

Der 2. Weltkrieg setzte dem Wirken der Kapelle ein fürchterliches Ende. Die Musiker Leonhardt Frietsch, Josef Zink, Josef Brunner, Adolf Rettig und Wilhelm Behrle fielen und hinterließen eine zunächst kaum schließbare Lücke.

Wieder waren es acht Mann, die zum Fronleichnamsfest 1945 erstmals wieder probten. Die alten Idealisten begannen wieder von vorn, obwohl durch Kriegseinwirkungen auch der größte Teil der Noten und Instrumente, darunter die große Trommel, verloren gegangen waren. Der unermüdliche Franz Kropp scharte gleichgesinnte um sich mit dem energischen und mit dem großem Können begabten Karl Sauer erreichte die Kapelle bald wieder anerkannte Leistungen.

1954 übernahm Karl Müller die Kapelle und verstand es, die musikalische Arbeit im Sinne seines Vorgängers fortzuführen.