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Geschichte

Aus der Vereinsgeschichte

 

Acht Mitglieder waren es - so schreibt der Chronist - die den Verein im Jahre 1873 aus der Taufe hoben: Josef Bühler, Burkhard Brunner, Alois Frietsch, Cornelius Hirschauer, Karl Krumm, Franz Karl Letter, Siegfried Schuh und Xaver Zeis. In den Stuben des "Alten Bott" Hyazinth Huber und des Landwirts Josef Schuh soll zuerst musiziert worden sein.

 

Damals wie auch heute noch wurde zum Tanz aufgespielt und konzertiert. Selbstverständlich half man an hohen Feiertagen den Gottesdienst zu verschönern. Ein alter Militärmusiker namens Hunkler aus Sasbach war der erste Dirigent. Ihm folgte Lehrer Dietrich. Nach diesem übernahm der von manchen Älteren noch gut bekannte Franz Kropp die Leitung der Kapelle.

 

Im Jahre 1912 wurde Wilhelm Gramm aus Achern zum Dirigenten bestellt. Der 1. Weltkrieg 1914  bis 1918 bedeutete den ersten großen Einschnitt in der Vereinsgeschichte. Es fiel der Musiker Friedrich Huber. Glücklicherweise hatte die Kapelle keine weiteren Verluste zu beklagen. So konnte der scheidende Dirigent im Jahre 1920 seinem Nachfolger Karl Sauer einen soliden Klangkörper hinterlassen, wie der Chronist verzeichnet.

 

Mit Karl Sauer stand nun ein Vollblutmusiker an der Spitze. Unter ihm setzte die Kapelle ihren stetigen Aufstieg fort und bald war "d' Groschwierer Musik" in der näheren und weiteren Umgebung, besonders im Hanauerland, als ausgezeichnete Kapelle bekannt und beliebt. Die Einladungen rissen nicht ab. Per Fahrrad und mit dem Pferdewagen wurden die Auftrittsorte erreicht. Bei Musikfesten und den damit verbundenen Preisspielen wurde im Laufe der Zeit mehr als ein Dutzend Pokale, darunter mehrere 1. Preise erspielt, die bis zum Ende des 2. Weltkrieges in der Linde zu sehen waren. Leider gingen diese in den Wirren der Nachkriegszeit verloren.

 

An der Vereinsspitze stand damals Adolf Brunner als 1. Vorsitzender (12 Jahre). 1933 wurde Leo Hiegert zum 1. Vorsitzenden gewählt.

 

Der 2. Weltkrieg setzte dem Wirken der Kapelle ein fürchterliches Ende. Die Musiker Leonhard Frietsch, Josef Zink, Josef Brunner, Adolf Rettig und Wilhelm Behrle fielen und hinterließen eine zunächst kaum schließbare Lücke.

 

Wieder waren es acht Mann, die zum Fronleichnamsfest 1945 erstmals wieder probten. Die alten Idealisten begannen wieder von vorn, obwohl durch Kriegseinwirkungen auch der größte Teil der Noten und Instrumente, darunter die große Trommel, verloren gegangen waren. Der unermüdliche Franz Kropp schwarte Gleichgesinnte um sich und mit dem energischen und mit dem großen Können begabten Karl Sauer erreichte die Kapelle bald wieder anerkannte Leistungen.

 

1954 übernahm Karl Müller die Kapelle und verstand es, die musikalische Arbeit im Sinne seines Vorgängers fortzuführen.

 

Im August 1973 konnte die Kapelle ihr 100-jähriges Gründungsfest feiern, ein Ereignis, das heute noch in guter Erinnerung ist. Bis dahin führte Altbürgermeister und Ortsvorsteher Leo Hiegert den Verein als 1. Vorsitzender. Eine Ära von 40 Jahren ging damit zu Ende, eine Zeitspanne, die wohl als einmalig bezeichnet werden kann. In diesen 40 Jahren seiner Vorstandstätigkeit hat er das Vereinsleben maßgeblich geprägt. In Anerkennung seiner großen Verdienste wurde er beim Jubiläumsbankett zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

 

Zum Nachfolger im Amt des 1. Vorsitzenden wurde in einer außerordentlichen Hauptversammlung im Mai 1974 der damalige Schulleiter Gerhard Ell gewählt. Aus persönlichen Gründen legte er im Frühjahr 1975 das Amt nieder. Bis zur folgenden Hauptversammlung im Januar 1976 leitete der 2. Vorsitzende Jürgen Riecke den Verein.

 

Im Januar 1976 übernahm dann Siegfried Früh das Amt des 1. Vorsitzenden. In seine Amtszeit fielen einige bedeutsame Ereignisse. So gründete Heinz Schmidt eine Jugendkapelle, die unter dem Namen "d'fiedele Frösch" bald im weiten Umkreis einen guten Namen genoss. 1986 übernahm dann Erich Decker die Leitung bis zu ihrer Auflösung 1988. 1983 feierte der Verein sein 110-jähriges Jubiläum in Verbindung mit dem Bezirksmusikfest des Acher-Renchtal-Musikverbandes. Hierbei stellte sich die Kapelle zum 1. Mal in ihrer schmucken neuen Uniform vor.

 

Mit dem Herbstfest 1985 ging eine Ära zu Ende. Dirigent Karl Müller - bis dahin 31 Jahre im Amt - übergab während eines Konzertabends den Dirigentenstab in jüngere Hände, blieb aber als Klarinettist der Kapelle weiterhin treu. "Nach 31-jähriger Dirigententätigkeit trete ich heute ins 2. Glied zurück", so der scheidende Dirigent. In Anerkennung seiner großen Verdienste um den Verein und die Blasmusik, wurde Karl Müller an diesem Abend zum Ehrendirigenten ernannt.

Sein Nachfolger Herbert Bühler dirigierte nun die Kapelle bis zu seinem Rücktritt im Dezember 1988.

 

Im Frühjahr 1989 wurde Roland Wolf zum neuen Dirigenten bestellt. Der breiten Öffentlichkeit stellte er sich erstmals beim Frühjahrskonzert am 12. Mai vor. Kapelle und Dirigent wurden stürmisch gefeiert. Roland Wolf verstand es in den folgenden Jahren seinen Musikerinnen und Musiker zu begeistern und zu beachtlichen Leistungen zu führen. Die nun jährlich stattfindenden Frühjahrkonzerte, die seit 1995 in der Hornisgrindehalle in Achern stattfanden, beweisen das in eindrucksvoller Weise. 1996 legte Roland Wolf aus persönlichen Gründen das Dirigentenamt nieder.

Ihm folgte Franz Lamm, wie sein Vorgänger ein Vollblutmusiker. Davon konnte er seine Zuhörer beim Frühjahrskonzert 1997 überzeugen.

 

Auch in der Vereinsführung war inzwischen ein Abschnitt zu Ende gegangen. Bei der Hauptversammlung 1993 stellte sich der 1. Vorsitzende Siegfried Früh nicht mehr zur Wahl. Nach 17 Jahren sei ein Wechsel fällig, meinte er. Seine Nachfolge trat der bis dahin 2. Vorsitzende Helmut Huber an. Seinem Antrag folgend wurde Siegfried Früh in der Generalversammlung 1994 zum Ehrenvorsitzenden ernannt.